In den hier zusammengestellten Aufsätzen werden Praxis und Schulentwicklungsarbeit reflektiert sowie die ihnen zugrunde liegenden Konzepte vom Schulbau bis zum Alltagsritual im Unterricht, von der Unterrichtsentwicklung bis zur Schulinspektion, von der Internatspädagogik bis zu den Prinzipien des Deutschen Schulpreises. So unterschiedlich die Facetten der Schulwirklichkeit sind, die wir dabei in den Blick nehmen, so gibt es doch eine Fragestellung, die in unterschiedlicher Weise immer wieder neu mittelbar oder unmittelbar angelegt wird: die Frage nach der richtigen "Balance". Der pädagogische Alltag ist - latent oder manchmal auch offen - von einer Vielzahl von fundamentalen Spannungsverhältnissen geprägt: Freiheit versus Bindung; Individualisierung versus Gemeinsamkeit informelles, versus organisiertes, kontrolliertes Lernen; Selbstbestimmung versus Fremdbestimmung; Erfahrungsbezug versus Fachlichkeit; Nähe versus Distanz; u.a.m. Schulentwicklung  - nicht im Sinner "schneller, höher, weiter", sondern als "Pendelbewegung" - ist notwendig, um die Balance zwischen diesen Polaritäten immer wieder neu auszutarieren. Beide Seiten sind jeweils notwendig. Im Schulalltag gewinnt - wie in allen sozialen Systemen, die für ihre Stabilität sorgen wollen - oft der jeweils zweite Pol dieser Auflistung die Oberhand - also Fremdbestimmung, Distanz, Kontrolle etc. Darum müssen Selbstbestimmung, Nähe, offene Lernsituationen in entsprechender Weise ermöglicht werden.